Mittwoch, 11. Juli 2012

Das Wunder vom Han-Fluss

Auf Zeit Online ist der Artikel Den Chinesen weit voraus von Christian Tenbrock vom 8. Juli 2012 zu finden. In diesem wird die rasante Entwicklung Südkoreas von einem der ärmsten Länder der Welt zu einem modernen Industriestaat nachverfolgt. Die Millionenstadt Ulsan beherberge heute das größte Kfz-Werk, die größte Werft und die größte Raffinerie der Welt. Das Land entwickelte sich schnell, der Wohlstand sei mit dem Italiens oder Neuseelands vergleichbar. Allerdings habe diese Aufstieg auch einen Preis gehabt. Die Grundlage für das wirtschaftliche Wachstum legte der Diktator Park Chung-hee. Dabei habe sich eine Generation geopfert, um das Niveau von heute zu erreichen. Des Weiteren sei die Demokratie Koreas noch "pubertär", die Hierarchie in der Bevölkerung noch weit verbreitet.

Außerdem geht beschreibt der Artikel die Entwicklung der Konzerne und das Land während der Asienkrise 1997. Nach dem Wirtschaftsprofessor Kim Ky Won haben die Konzerne (Chaebols) in Korea die wahre Macht. So erwirtschafte Samsung etwa 20 % des Bruttoinlandprodukts. Die Chaebols werden hierarchisch geführt und sind fest in Familienhand.

Trotz des Wohlstandes hat Südkorea viele große gesellschaftliche Probleme. So werde in keinem OECD-Staat länger gearbeitet, die Lebensqualität ist wesentlich schlechter als in den meisten anderen Erste-Welt-Staaten, das Land hat eine der niedrigsten Geburtenraten der Welt und das Bildungssystem sei teuer und ineffizient (Anmerkung: Südkorea hat auch die mit Abstand höchste Suizidrate der Welt). Dennoch sei Südkorea auf einen positiven Weg zu einer stabilen Demokratie; als nächstes müsse ein Sozialsystem aufgebaut werden.

Abschließend noch das Video Seouls-Fiction vom Handelsblatt:



Zum Artikeltitel, siehe Wikipedia: Miracle on the Han River